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Informationen über Erkankungen

Tinnitus

Tinnitus (Ohrgeräusche)

Im Ohr oder im Kopf klingelt, pfeift oder zischt es - Betroffene nehmen Geräusche wahr, die in der Umgebung nicht existieren (Phantomgeräusche). Dieses Phänomen wird als Tinnitus bezeichnet. Nicht-Betroffene können sich mitunter nur schwer vorstellen, wie Tinnitus empfunden wird. Formen und Ursachen von Tinnitus sind manigfaltig. Manchmal ist der Tinnitus so laut, dass die persönliche Lebensführung stark eingeschränkt ist. Ungefähr 3 Millionen Patienten sind in Deutschland dauerhaft davon betroffen. Diese Phantomgeräusche können derart intensiv sein, dass Schlaf und Konzentrationsfähigkeit gestört sind. Tinnitus hatten schon berühmte Patienten wie Martin Luther und Vincent van Gogh. Tinnitus war den Ägyptern bereits 5000 vor Christus und in der Antike bekannt, ist also nicht direkt als Zivilisationskrankheit einzustufen. Die Erkrankung wird jedoch begünstigt durch zivilisationsbedingte Geräusche wie Verkehrslärm, Arbeitslärm, laute Konzerte, Diskotheken. Häufig zieht ein Hörsturz Tinnitus nach sich.

Von den vielen Therapiemöglichkeiten sind im Folgenden diejenigen aufgeführt, die am meisten Aussicht auf Erfolg haben:

Unbewiesen (und oftmals nur teuer) ist die Wirksamkeit von Akupunktur, Elektroakupunktur, und der neuerdings angebotenen (Soft-)Lasertherapie für das Innenohr. Auch Homöopathie, zusätzliche Vitamingaben sowie eine ganze Fülle von Wirkstoffen in Pillen, Pulvern und Tropfen werden von diversen Herstellern bei Tinnitus empfohlen, jedoch fehlt auch hier der Wirksamkeitsbeleg.

Eine medikamentöse Behandlung macht vor allem in der Akutphase Sinn, kaum in der chronischen Phase.Der medikamentöse Ansatz geht davon aus, dass Tinnitus durch eine Minderdurchblutung bedingt ist, die medikamentös gebessert werden kann. Akute Infusionen (geeignet bei akutem Tinnitus) mit Substanzen, die die Rheologie (Fliesseigenschaften des Blutes verändern), z.B. HAES.

Bei Ginkgo biloba (Inhaltsstoffe des Gingkobaumes) gehen die Expertenmeinungen auseinander. Ginkgo verändert die Fliesseigenschaften des Blutes und fördert die Durchblutung. Es gibt Studien, die auf eine positive Wirkung bei Tinnitus hindeuten, wie auch Studien, die keine positiven Effekte fanden.

Lidocain kann Ohrgeräusche mildern oder verhindern - allerdings nur für wenige Minuten (!). Mit einem Lidocain-Test kann geprüft werden, ob und wie der Tinnitus des Betroffenen sich medikamentös beeinflussen lässt.

Calciumantagonisten wie Flunarizin und Nimodipin verbessern die Durchblutung von Nervengewebe wie Innenohr und Gehirn.

Ist der Tinnitus mit Schwindelanfällen wie z.B. beim Menieresyndrom verbunden, können Medikamente mit Histamin hilfreich sein.

Bei manchen Patienten hat sich die hyperbare O2-Therapie als wirksam erwiesen, doch dürfen auch von dieser Methode keine Wunder erwartet werden. Dabei wird unter erhöhtem Druck in einer speziellen Druckkammer über eine Maske reiner Sauerstoff geatmet.

Training/retraining (geeignet bei chronischem Tinnitus) Training/retraining wird als die derzeit wirkungsvollste Methode bei Dauertinnitus empfohlen. Sie setzt die aktive Mitarbeit durch den Betroffenen voraus und sollte über eine Dauer von ca 1-2 Jahren praktiziert werden. Tinnitus wird in dieser Therapieform als Fehlverarbeitung von Hörimpulsen im Gehirn begriffen. Das Training zielt darauf ab, sich (wieder) auf äussere Ohrgeschräusche zu konzentrieren und dem eigenen Tinnitus immer weniger Beachtung zu schenken.

Links zu Patientenorganisationen und Fachgesellschaften:

http://www.tinnitus-liga.de , http://www.tinnitus.de, http://www.forum-tinnitus.de/

Schwerhörigkeit

Was ist Schwerhörigkeit?
(Quelle und weitere Informationen: http://www.schwerhoerigkeit.de )

Die Schwerhörigkeit ist im weiten Feld zwischen dem normalen Hören und der Gehörlosigkeit bzw. Taubheit angesiedelt. Es wird infolgedessen zwischen leicht-, mittel, hochgradiger und an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit unterschieden. Diese Vielfalt macht die Schwierigkeit deutlich, eine eindeutige, abgegrenzte Bestimmung dieses Begriffes zu geben. Im allgemeinen wird Schwerhörigkeit als eine mehr oder weniger eingeschränkte Hörfähigkeit beschrieben, die ein Verstehen von Sprache über das Gehör mehr oder weniger noch ermöglicht. Die Grenze zum normalen Hören liegt demnach in der Einschränkung des Hörvermögens, die Grenze zur Gehörlosigkeit orientiert sich an der Möglichkeit, Sprache über das Gehör mit technischen Hilfen zwar noch hören, aber nicht oder nur ansatzweise verstehen zu können.

Arten der Schwerhörigkeit
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Schwerhörigkeit: Die Schalleitungs- und die Schallempfindungsschwerhörigkeit.

Schalleitungsschwerhörigkeit
Bei der Schalleitungsschwerhörigkeit liegt immer eine Störung im äußeren, meist aber im mittleren Ohr vor. Durch diese Störung werden Schallsignale nur leiser gehört; die Qualität des Gehörten wird dabei kaum beeinträchtigt. Das Hörvermögen kann durch technische (Hörgeräte) oder medizinische Hilfen (Operation) ganz oder teilweise wiederhergestellt werden. Es handelt sich hierbei um eine leichte bis mittlere Form der Schwerhörigkeit.

Schallempfindungsschwerhörigkeit
Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit liegt die Störung im Bereich des Innenohres, des Hörnervs oder in den Hirnzellen selbst. Diese Störung ist nicht zu operieren und kann auch mit technischen Hilfen nicht oder nur zum Teil behoben werden. Auch hat diese Störung andere Auswirkungen auf die auditive (das Gehör betreffend) Wahrnehmung als die Schalleitungsschwerhörigkeit. Das heißt, auf die Lautstärke bezogen kann teilweise noch relativ gut gehört werden, aber die Sprache ändert sich in ihrem Aufbau, ihrem Klangbild, ihrer Qualität. Die Ursache liegt meistens im Verlust der hohen Frequenzen, die teilweise oder gar nicht mehr wahrgenommen werden können. Zusätzlich besteht in der Mehrzahl der Fälle eine außerordentliche Lärmempfindlichkeit; Lautstärken von 100, 90 oder 80 dB sind schon sehr unangenehm und verursachen Schmerzen. Bei Guthörenden liegt die Schmerzschwelle bei ca. 120 dB. 

Lärm

Kombinierte Schwerhörigkeit
Eine dritte Art der Schwerhörigkeit ist die kombinierte Schwerhörigkeit, eine Mischform von Schalleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit.

Heuschnupfen

Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinokonjunktivitis)

Anzeichen
Kommen Ihnen die folgenden Anzeichen bekannt vor?

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit juckenden, geröteten und tränenden Augen
  • Juckreiz der Schleimhäute
  • Niesattacken mit starker wässriger Sekretion
  • Asthmaanfälle

Treten diese Symptome bei Ihnen meist mit Beginn der Blühperiode auf? Dann leiden Sie wahrscheinlich unter Heuschnupfen. Für eine sichere Diagnose sollten Sie in jedem Falle Ihren Arzt aufsuchen.

 

Beschreibung

 

Heuschnupfen ist eine häufige allergische Erkrankung, die auf einer Üäberempfindlichkeit gegen die Eiweisskomponenten von bestimmten Pollen beruht. Pollen gelangen während der Gräser- und Baum- oder Kräuterblüte in die Luft. Sie bewirken an den Schleimhäuten der Atemwege, der Nase und den Augen eine allergische Reaktion.

 

Die allergische Reaktion liegt an körperfremden Stoffen, gegen die der Köper sich wehrt. Kontakt führt zu einer Freisetzung von Histamin aus bestimmten Körperzellen in den Schleimhäuten. Histamin löst dann die typischen Beschwerden einer Allergie aus. Dazu gehören unter anderem tränende Augen, eine laufende Nase, Asthma und Hautrötungen.

 

Heuschnupfenmedikamente

 

Medikamente gegen Heuschnupfen umfassen Nasen- und Augentropfen sowie Tabletten, Dragees und Sprays. Beispiele für Inhaltsstoffe sind:
  • Antihistaminika (Blockieren die Histaminwirkung)
  • Mastzellstabilisatoren (Verhindern die Histaminfreisetzung)
  • Cortison
  • Abschwellende Nasen- und Augentropfen
Verhalten bei Heuschnupfen

 

 

Sie können viel dazu beitragen, die Situation für Sie erträglicher zu machen. So können Sie sich bei erwiesener Pollenallergie über Pollenflug informieren und Ihr Verhalten daran ausrichten. Aktuelle Pollenfluginfos finden Sie z.B. unter http://www.allergie-info.de

 

 

Auf dem Land ist der Pollenflug morgens am höchsten, abends am geringsten. In der Stadt sind die Pollenkonzentrationen meist abends am höchsten.

 

Allergenkarenz, d.h. die konsequente Kontaktvermeidung mit allergieauslösenden Stoffen, ist eine wirksame Unterstützung der medikamentösen Therapie, die Ihnen Ihr Arzt verordnet. Wichtigstes Ziel ist die Verhinderung des "Etagenwechsels" der Allergie von Auge bzw. Nase hinab in Bronchien und Lunge. 30-40% der Betroffenen, die heute unter einem allergischen Schnupfen leiden, werden ohne eine rechtzeitige Therapie früher oder später zu Asthmatikern.

 

Unterstützende Massnahmen

 

Betroffene Patientinnen: Kein Kontakt von Eyeliner und Wimperntusche mit der Bindehaut. Hypoallergische Produkte verwenden. Augentropfen sollten Sie vor dem Augen-Makeup bzw. nach gründlicher Augen-Makeup-Entfernung (z.B. abends) eintropfen. Kontaktlinsenträger/innen sollten ihre Kontaktlinsen penibel reinigen/aufbewahren und während der akuten allergischen Phase ganz auf das Tragen verzichten.

 

Allgemein:

- Allergiekarenz
- Spülung des Auges mit unkonservierten künstlichen Tränen aus der Apotheke
- Hyposensibilisierung
- Hypoallergische Kosmetika, Haut- und Haarpflegemittel verwenden

Pollenallergiker:

- Abends Haare waschen
- Fenster im Schlafzimmer schliessen
- Tageszeitliche Verteilung des Pollenflugs beachten
- Meiden von blühenden Wiesen und Kornfeldern
- nicht rauchen
Abbildungen: Pollenkörner unter dem Elektronenmikroskop
pollen.jpg

Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung akut und chronisch (Otitis media)

Was ist eine Mittelohrentzündung (Otitis media)?
Otitis media ist eine Entzündung des Mittelohres (der Hohlraum hinter dem Trommelfell) und meistens mit Flüssigkeitsabsonderung verbunden. Häufig, aber nicht immer, ist eine Mittelohrentzündung durch Bakterien bedingt. Der Arzt unterscheidet zwischen der akuten Form (häufig) und der chronischen Form (seltener) der Otitis media. Aus einer akuten Otitis media kann sich die chronische Otitis media entwickeln.

Eine Mittelohrentzündung macht sich üblicherweise bemerkbar mit stechenden oder pochenden Ohrenschmerzen, oftmals begleitet von Kopfschmerzen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein bzw. Krankheitsgefühl. Auch Hörstörungen oder Ohrgeräusche können sich entwickeln, da die Flüssigkeitsbildung im normalerweise luftgefüllten Mittelohr die Hörknöchelchen in ihrer Funktion (Schallübertragung zum Innenohr) behindert. Nach einigen Tagen kann es zu einem plötzlichen Durchbruch des Trommelfells kommen, so dass sich die im Mittelohr gebildete Flüssigkeit in den äusseren Gehörgang entleert. Dabei lassen die Schmerzen schlagartig nach.

Eine frühzeitige ärztliche Diagnose (Ohrenuntersuchung) verhindert Komplikationen. Die Otitis media wird mit wirksamen Medikamenten behandelt und ist meist innerhalb von 14 Tagen überwunden.

Wie häufig ist die akute Otitis media?
Die Otitis media ist eine häufige Kinderkrankheit. In manchen europäischen Ländern sind bis zu 50% aller Kinder davon befallen. Erwachsene erkranken daran weniger häufig.

Was deutet bei Kindern auf eine Otitis media hin?
Bei Kindern kann die Erkrankung zunächst auch ohne Schmerzgefühl oder Fieber auftreten. Einige Anzeichen deuten jedoch deutlich auf ein Mittelohrentzündung hin: Das Kind ist abgespannt und müde, es dreht Fernseher oder Radio lauter als sonst auf, Gesprochenes wird häufiger missverstanden, das Kind zieht oder kratzt sich am Ohr.

Wie wird die akute Otitis media behandelt?
Sie wird üblicherweise mit abschwellenden Ohrentropfen behandelt. Wenn es sich um eine bakterielle Infektion handelt, verkürzen Antibiotika die Krankheitsdauer und lindern die Schmerzen. Auch verordnen viele Ärzte entzündungs- und schmerzhemmende Tabletten.

Was ist eine chronische Otitis media?
Eine wiederholt auftretende akute Otitis media kann sich in eine chronische Mittelohrentzündung verwandeln. Dabei ist das Trommelfell meistens durchbrochen (perforiert) oder vernarbt.

Kann eine chronische Otitis media das Ohr schädigen?
Sie kann. Zu dem ist diese Variante der Otitis media meist mit einem verminderten Hörvermögen verbunden. Es besteht die Gefahr, dass sich aus einer chronischen Mittelohrentzündung weitere (Ohren)-Krankheiten entwickeln, bis hin zur Gesichtslähmung.

Wie wird die chronische Otitis media behandelt?
Sie erfordert meist einen chirurgischen Eingriff am Ohr, der in der Regel komplikationslos verläuft und das Hörvermögen wieder herstellen kann.

Mandelentzündung

Meist sind Kinder davon betroffen:
Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillitis)

Hintergrund
Die Gaumenmandeln (Tonsillen) befinden sich zwischen dem Nasen-Rachenraum und dem Beginn des Speise- und Atemweges. Sie sind Teil eines ringförmigen Systems aus lymphatischem Gewebe. Es schützt den Körper vor Viren und Bakterien durch die Produktion von Antikörpern und Abwehrzellen. Ab dem 1. Lebensjahr wachsen die Mandeln an bis etwa zum Pubertätsalter. Danach bilden sie sich langsam wieder zurück.

Akute Mandelentzündung
Vor allem bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren können die Mandeln akut von Viren und/oder Bakterien befallen werden ("Angina"). Die Mandeln entzünden sich und vereitern häufig. Typische Beschwerden sind jahreszeitlich gehäuft im nasskalten Winter- und Frühjahrswetter aufgrund von Tröpfcheninfektionen zu beobachten:

  • meist hohes Fieber
  • Halsschmerzen
  • plötzlicher Beginn
  • Probleme beim Schlucken
  • Bei sehr starker Mandelschwellung ist die Atmung beeinträchtigt
  • Das Allgemeinbefinden ist gestört
  • Das Sprechen klingt verwaschen
  • Mundgeruch/schlechter Geschmack im Mund

Der Arzt bemerkt bei der Untersuchung eine Schwellung und Rötung der Mandeln. Handelt es sich um eine Virusinfektion, klingen Entzündung und Schmerzen meist ohne spezielle Therapie nach 1 bis 3 tagen ab. Linderung verschaffen kalte Getränke, Speiseeis, Bettruhe, der Verzicht auf feste, zu kauende Nahrung und Halstabletten. Wadenwickel und Zäpfchen können das Fieber dämpfen. Aus der komplikationslosen Vireninfektion kann eine bakterielle Infektion entstehen. Dabei bilden sich eitrige, schmierige Beläge auf den Mandeln und im Rachenraum. Die Ursache sind meist Streptokokken der Gruppe A (Bakterien). Ein Abstrich mit nachfolgender Laboruntersuchung gibt dem Arzt im Zweifelsfall Klarheit. Mittel der Wahl sind dann Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporine. Diese Medikamente müssen bis zu 10 Tage lang eingenommen werden. Die antibiotische Therapie der bakteriellen Mandelentzündung ist auch deshalb wichtig, weil sie das Eindringen von Bakterien in den Blutkreislauf verhindert und vor gesundheitsbedrohenden Folgeentzündungen z.B. an Herz und Nieren oder den Gelenken schützt.

 

Chronische Mandelentzündung

 

Chronische Beschwerden können, müssen aber nicht, aus der akuten Tonsillitis entstehen. Das Krankheitsbild ist nicht so charakteristisch wie bei der akuten Tonsillitis. Treten gleichzeitig Schluckbeschwerden, ständige mäßige Halsschmerzen, allgemeine Müdigkeit/Appetitlosigkeit und erhöhte Temperatur auf, deutet dies stark auf eine chronische Mandelentzündung hin. Betroffen sind meist Patienten zwischen 12 und 35 Jahren. In jedem Falle sollte eine genaue Abklärung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt stattfinden. Operative Mandelentfernung Grundsätzlich wird heute weniger schnell operiert als noch vor 30 oder 40 Jahren, da man die immunologische Schutzfunktion der Mandeln heute höher einschätzt. Die operative Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) macht Sinn, wenn ihre Schutzfunktion nicht mehr gegeben ist oder sie zu viele Beschwerden verursachen. Kindern werden in der Regel nicht vor dem 5. Lebensjahr operiert. Die Mandeln gehören bei einer oder mehreren dieser Komplikation entfernt:
  • Chronische Beschwerden
  • Pro Jahr 3 oder mehr akute eitrige Madelentzündungen
  • Die vergrößerten Mandeln beeinträchtigen die Atmung
  • Schwere lokale Veränderungen wie Abszesse
  • schwere Vernarbung des Mandelgewebes und Übertritt der Erreger in die Blutbahn (Sepsis)
Die Entfernung erfolgt üblicherweise in Vollnarkose und erfordert einen stationären Aufenthalt von ca. einer Woche. Ein kleines Trostpflaster für die Unbillen des operativen Eingriffes ist (nicht nur) für Kinder das Speiseeis, das sie nach der Operation geniessen dürfen. Kaltes wirkt schmerzlindernd und verengt die Blutgefäße (vermindert das Nachblutungsrisiko).

Schwindel

Schwindel

Krankhafte plötzliche Schwindelsymptome entwickeln sich zusehens zur Volkskrankheit. V.a. ältere Menschen sind betroffen und reagieren mit Angstgefühlen und Unsicherheit im Alltag. Schwindel entsteht immer dann, wenn die Sinnesreize der Haut, der Augen und des Gleichgewichtssinns im Innenohr nicht zueinanderpassen, d.h., wenn das, was das Gehirn gemeldet bekommt, nämlich das, was wir sehen, die Bewegungen des Kopfes und der Lage des Körpers im Raum sich widersprechen. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen, nach denen drei Schwindelarten unterschieden werden können:

1. Der Drehschwindel beruht auf einer Erkrankung des Innenohres mit dem Sitz des Gleichgewichtssinnes. Durch bestimmte Kopfbewegungen wird das Gefühl ausgelöst, alles beginne sich zu drehen und man verliert die Orientierung im Raum. Es besteht die Gefahr, zu stolpern oder zu stürzen, was gerade bei alten Menschen die Gefahr von schweren Verletzungen birgt. Hinzu kommt oft Übelkeit, Erbrechen und große Angst. Der Drehschwindel verschwindet nach einigen Minuten wieder. Auslöser können auch Migräneattacken sein. Durch die Schilderung der Symptomatik weiß der HNO-Arzt, welche Art von Schwindel vorliegt und welche Behandlung angezeigt ist. Diese ist meist sehr einfach, in dem die Ursache durch bestimmte schnelle Bewegungen des Oberkörpers des Patienten beseitigt wird. Diese können vom Patienten erlernt und selbst durchgeführt werden. Der Betroffene sollte außerdem versuchen, die auslösenden Kopfbewegungen herauszufinden und zu meiden.

2. Der Schwankschwindel hat psychische Ursachen wie Stress und Angst. Es kann sich um Prüfungsangst, um Angst vor der Angst oder gar um Angst vor der nächsten Schwindelattacke handeln. Der Patient fühlt sich während der Schwindelattacke wie in einem Fahrstuhl und scheint, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Als Therapie sollte eine Psychotherapie mit Unterstützung durch sportliche Aktivitäten und körperliche Entspannungsübungen gewählt werden, um dem Betroffenen ein besseres Körpergefühl und das Vertrauen in sein Gleichgewichtssystem wieder zu vermitteln.

3. Der Benommenheitsschwindel äußert sich durch das Gefühl der plötzlichen Blutleere des Kopfes und dem Schwarz-werden-vor-Augen. Der Grund dafür ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns z.B. aufgrund von Arterosklerose, Blutdruckschwankungen oder auch Herzrhythmusstörungen. Auch sehr niedriger oder sehr hoher Blutdruck können Benommenheitsschwindel auslösen. Therapiert wird die Ursache zumeist medikamentös. Schwindelsymptome sollten unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, damit eine gezielte und professionelle Behandlung erfolgen kann. Der Rat des Arztes ist meist schon deshalb hilfreich, weil vermutete schwerwiegendere Erkrankungen ausgeschlossen werden können, die über Angstreaktionen eventuell die Schwindelsymptomatik fördern.

Schnupfen

Schnupfen

Die Nase
Die Nase ist nicht nur ein markantes Merkmal im Gesicht des Menschen, sie nimmt auch viele wichtige Aufgaben wahr. Sie reinigt die Atemluft von Staub und feuchtet und wärmt sie an. Der Geruchssinn in der Nase ermittelt die Luftbeschaffenheit und Düfte aller Art. Die Nase ist in der Mitte durch das Septum getrennt. Sie hat durch die Ohrtrompete direkten Zugang zum Mittelohr. Vier Nasennebenhöhlen grenzen an den Hauptraum der Nase an: Kieferhöhle, Stirnbeinhöhle, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen.

Wenn die Nase anschwillt
Im Herbst und Winter, wenn es draußen kalt und naß ist, während in den Wohnungen Wärme und (zu) trockene Luft vorherrschen, werden Nasenschleimhäute auf eine harte Probe gestellt. Krankheitserreger, meistens Viren, geraten in die Nase und können geschwächte Schleimhäute angreifen und zu Entzündungen führen. Die Schleimhäute schwellen dann an und produzieren vermehrt Wasser und Schleim. Die Nase läuft und geht zu, der Schnupfen ist da ! Das Atmen fällt schwer. Besonders nachts nervt der Schnupfen. Kinder können nicht richtig schlafen, wachen häufig auf. Für die Eltern der Schnupfennasen ist dies natürlich auch eine Belastung.





Polypen

Nasenpolypen (Polyposis nasi)

Was sind Nasenpolypen?
Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Die Geschwülste wachsen von der Nasennebenhöhle in die Nasenhaupthöhle. Mehrere Polypen können auch zu einem zusammenhängenden Gebilde verwachsen (Polyposis nasi). Die Polypen können die Nase komplett verstopfen. Häufig macht der HNO-Arzt Röntgenaufnahmen, um Ausmass und Begrenzung der Polypenwucherung festzustellen. Die Ursache für Polypen ist noch nicht genau bekannt. Sie können sich aus chronischen Entzündungen und Allergien der Nasenschleimhäute entwickeln; ebenso kann die individuelle Veranlagung eine wichtige Rolle zu spielen. Besonders häufig treten Nasenpolypen bei Menschen auf, die kein Aspirin oder andere schmerzstillende Medikamente vertragen (Analgetika-Intoleranz), ebenso bei Patienten mit Mukoviszidose, einer erblichen Stoffwechselkrankheit.

Wieso gehören Nasenpolypen behandelt?
Nasenpolypen behindern durch ihre Ausdehnung die wichtige Nasenatmung. Luft, die über die Nase in die Lunge gelangt, wird dabei gereinigt, angewärmt und befeuchtet. Eine deutliche Behinderung der Nasenatmung wirkt sich daher negativ auf Lunge und Bronchien aus. Eine Behandlung ist dann dringend angeraten. Weitere unangenehme Begleiterscheinungen sind das eingeschränkte Riechvermögen, die näselnde Stimme und auch das nächtliche Schnarchen. Bei Kindern kann sich aus der Polypenwucherung eine schmerzhafte Mittelohrentzündung entwickeln (Otitis media). Polypen treten meist beidseitig auf. Bei einseitigem Auftreten ergibt sich ein Verdacht auf bösartige Wucherung, deshalb sollten sie histologisch kontrolliert werden. Dazu wird unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Wie behandelt der HNO-Arzt Nasenpolypen?
Auch der Komponist Joseph Haydn (1732-1809) litt unter Nasenpolypen. Zu seiner Zeit waren Schmerzmittel und schonende Operationsmethoden so gut wie unbekannt. Hayden«s Arzt entfernte dem Komponisten die Polypen ohne Betäubung und fügte ihm dabei schwere Schmerzen und Nasenverletzungen zu. Seien Bis vor wenigen Jahren entfernten die HNO-Ärzte Polypen fast ausschließlich chirurgisch mittels eines Saugschneiders, natürlich in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose. Dabei werden die Polypen entweder nur aus den Nasenhaupthöhlen entfernt oder zusätzlich auch aus den Nasennebenhöhlen. Die Operation beider Arten von Nasenhöhlen dauert deutlich länger und wird ausschließlich unter Vollnarkose durchgeführt. Bei jedem Verfahren operiert man durch die Nasenlöcher es bleiben dabei keine äußerlich sichtbaren Narben zurück. Medikamente Die wenigsten Patienten lieben Operationen an ihrer Nase. Möglicherweise fangen die Polypen auch nach einiger Zeit wieder an zu wachsen. Das unerwünschte Weiterwuchern kann man jedoch mit Medikamenten gut begrenzen. Diese Medikamente können aber auch bereits vorhandene Polypen schrumpfen lassen und eine Operation in den meisten Fällen überflüssig machen. Als hochwirksame Mittel gegen Nasenpolypen haben sich die gleichen kortisonhaltigen Nasensprays bewährt, mit denen man auch Entzündungen der Nase (Rhinitis) erfolgreich behandelt. In bestimmten Fällen unterstützt der HNO-Arzt die Kortikoid-Therapie noch zusätzlich mit Antibiotika oder Antihistaminika. Auch diese Medikamente gibt es als nebenwirkungsarme und gut verträgliche Nasensprays, seltener nimmt man sie oral (über den Mund) als Tabletten oder Dragees ein.

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen gehören zu den stärksten Schmerzempfindungen und sind für den Patienten sehr unangenehm, da sie auch nachts meist nicht geringer werden. Eine schmerzstillende Behandlung mit Schmerzmedikamenten ist häufig vergebens. Daher ist der sofortige Gang zum HNO-Arzt zu empfehlen.

Ursache für Ohrenschmerzen ist meist eine Entzündung des äusseren Gehörgangs (Otitis externa) oder des Mittelohres (Otitis media).
Bei der Otitis externa handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Gehörgangshaut, bei der der Gehörgang zuschwillt, und diese Schwellung auf den Gehörgangsknochen drückt. Die Schwellung verursacht die grossen Schmerzen und muss effektiv mit Antibiotika und Kortison-Tropfen lokal behandelt werden. Neben Bakterien kommen auch Pilze als Infektionsauslöser in Frage. Ausgangspunkt der Entzündung ist häufig eine zu gut gemeinte Ohrhygiene. V.a. Wattestäbchen verletzen die empfindliche Gehörgangshaut oder das Trommelfell (auch bei vorsichtiger Anwendung) und bieten dann Eintrittsstellen für Infektionserreger. Besonders häufig kommen Gehörgangsentzündungen im Sommer vor, wenn Badewasser ins Ohr gerät. Man spricht dann von einer Badeotitis, die von aggressiven Feuchtkeimen ausgelöst wird.

Wattestäbchen sollten grundsätzlich nicht zur Ohrhygiene genommen werden. Normalerweise reinigt sich das Ohr selbst, Ohrschmalz (Cerumen) dient als natürlicher Schutz für den Gehörgang und sollte nur dann fachgerecht entfernt werden, wenn er den Gehörgang verstopft und zu Hörproblemen führt.

Die Otitis media - die Mittelohrentzündung - kommt häufig bei Kindern vor. Sie ist eine bakterielle Infektion des Mittelohres, die sich dann entwickeln kann, wenn das Mittelohr durch Verstopfung der Ohrtrompete nicht mehr genügend belüftet wird. Die Ohrtrompete mündet in den Nasenrachenraum und kann z.B. durch kindliche Rachenpolypen blockiert sein. Die Schmerzen der Mittelohrentzündung entstehen durch den durch die Infektion entstehenden Eiter, der grossen Druck im Mittelohr ausübt, da er nicht abfliessen kann. Erst wenn der Eiter durch antibiotische Therapie, durch Abfluss in den Rachen oder durch das Platzen des Trommelfells mit Abfluss aus dem Ohr verschwindet, lassen die Schmerzen nach. Nach Antibiotikatherapie kann sich das Mittelohr regenerieren und das Trommelfell wieder zuwachsen.

Infektionen der Ohrmuschel können ebenfalls sehr schmerzhaft sein und müssen antibiotisch vom HNO-Arzt behandelt werden. Sie sind meist leicht an einer starken Rötung und Schmerzempfindlichkeit der Ohrmuschel zu erkennen.

Auch Zahnschmerzen können als Ohrenschmerzen empfunden werden, daher muss bei nicht vorhandenen Anzeichen einer Ohrenentzündung an eine Zahnentzündung gedacht werden.

Mundschleimhautentzündung

Mundschleimhautentzündung

Der gesamte Mundraum ist mit Schleimhaut ausgekleidet, die zusammen mit den Speicheldrüsen Schleim und Wasser produziert und den Mund feucht hält. Der Speichel enthält im wesentlichen verdauungsvorbereitende Stoffe, die Flüssigkeit der Schleimhaut v.a. immunologische Substanzen, die Bakterien und Viren bekämpfen. Der Mund ist als offener Raum und Eintrittstelle für Nahrungsmittel und Genussmittel permanent mit Mikroorganismen konfrontiert. Ist die immunologische Abwehr geschwächt, kann es leicht zu kleineren oder größeren Infektionen kommen, die sehr unangenehm und schmerzhaft sind.
Als Erreger kommen Viren, Bakterien und Pilze in Frage. Bakterielle Mundschleimhautinfektionen stehen häufig in Verbindung mit allgemeinen Infektionen, im Kindesalter v.a. mit Masern. Infektionsherde können lokalisiert am Gaumen, an den Lippen, der Zunge, dem Zahnfleisch oder den Innenseiten der Wangen auftreten oder den ganzen Mundraum befallen. Infektionen können auch dann auftreten, wenn die Mundhygiene schlecht ist oder eine große Zahl an Mikroorganismen Eingang in den Mund erhält. Dies ist v.a. bei Bakterien aus dem Geschlechtsbereich der Fall.
Mundtrockenheit ist besonders bei älteren Menschen ein Problem, da die Schleimproduktion nachläßt und häufig zu wenig getrunken wird. Dann ist die schützende Schleimschicht im Mund unzureichend und kann keine immunologische Abwehrfunktion mehr ausfüllen. Auch nach Operationen, bei Allgemeinerkrankungen (v.a. Rheuma) und medikamentöser Therapie kann es zu Mundtrockenheit kommen.
Gegen virale Infektionen im Mund kann man wenig machen, sie verschwinden meist nach ein paar Tagen wieder. Antiseptische Spüllösungen sind Mittel der Wahl. Bakterielle Infekte müssen antibiotisch behandelt werden, Pilzinfektionen antiseptisch oder antimykotisch. Dies kann sehr langwierig sein, wenn die entsprechende Mundhygiene nicht ausreichend und das Immunsystem des Patienten geschwächt ist. Besonders bei HIV-Infektionen treten immer wieder schwere pilzbedingte Schleimhautentzündungen auf.

Veränderungen der Mundschleimhaut können aber auch weitestgehend schmerzfrei sein und unabhängig von Infekten auftreten. Zumeist sind dies tumoröse Veränderungen, die als lokales Malignom oder Karzinom erscheinen oder als Metastasen von Tumoren in anderen Körperorganen (z.B. bei Brust- oder Darmkrebs). Werden solche Schleimhautveränderungen festgestellt, sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, Zahnärzte sollten Patienten zum HNO-Arzt überweisen.

Nebenhöhlenentzündung

Was ist eine Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis)?

Eine Sinusitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen.
Sie ist eine häufige Erkrankung. Ca. 5% der mitteleuropäischen Bevölkerung leidet darunter.
Zu den Nasennebenhöhlen zählen die Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Siebbeinzellen sowie die Keilbeinhöhle.
Diese Hohlräume münden mit ihren Ausführungsgängen in die Nase oder in den Nasenrachenraum
Am bekanntesten sind die Kieferhöhlen und die Stirnhöhlen. Kieferhöhle und Siebein sind dabei am häufigsten von der Entzündung betroffen
Die typischen Symptome einer Entzündung sind Schmerzen, die sich im Wangenbereich, hinter den Augen, über der Stirn oder selten auch im Hinterkopfbereich bemerkbar machen.

Wodurch entsteht eine Nebenhöhlenentzündung?

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meist als Folge eines Schnupfens oder einer Rachenentzündung. Als Erreger findet man die Bakterien Hämophilus influenzae, Pneumokokken, Streptokokken u.a.
Normalerweise werden Schleim und Flüssigkeiten aus den Nasennebenhöhlen in den Nasen-/Rachenraum abtransportiert. Kommt es jedoch zu einer Verlegung des Ausführungsgangs, kann dies zu einem Sekretaufstau mit nachfolgender Entzündung der betroffenen Nebenhöhle führen.
Ursache einer Verlegung des Ausführungsgangs können neben Schleimhautschwellungen im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auch Nasenscheidewandverkrümmungen oder Polypen sein.
Auch eine Zahnwurzelentzündung, oder der Zustand nach einer Zahnextraktion kann zu einer Sinusitis führen.
Kommt eine Sinusitis häufiger vor oder dauert sie längere Zeit, bezeichnet man sie als chronisch.


Welche Symptome treten auf?

Oft besteht einige Tagen ein Schnupfen, der sich bereits gebessert haben kann. Hauptsymptom der akuten Sinusitis sind Gesichts- und Kopfschmerzen. Typischerweise nehmen diese Schmerzen beim schnellen Vorbeugen des Oberkörpers, beim Aufstehen oder beim Hüpfen auf einem Bein zu. Die Schmerzen sind stechend, bohrend oder pulsierend und entsprechen einem Druckgefühl, vor allem im vorderen Schädel. Beim Beklopfen der betroffenen Nasennebenhöhlen von außen besteht oft eine Klopf- und Druckempfindlichkeit
Bei starken Entzündungen kann es zu Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit kommen.
In sehr schweren Fällen kann es zu einer sichtbaren, schmerzhaften Schwellung auf der Stirn, neben der Nasenwurzel oder im Bereich der Wangen bzw. sogar zum Auftreten von Doppelbildern kommen.



Wie stellt ein HNO-Arzt die Diagnose?

Nach einer Untersuchung der Nase von innen ggf. durch Endoskopie wird eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenaufnahme durchgeführt. Sind mehrere Nasennebenhöhlen betroffen, liegt der Verdacht einer beginnenden Komplikation, oder eine chronische Sinusitis vor, ist es sinnvoll eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen durchzuführen.



Prophylaxe und Therapie bei Nasennebenhöhlenentzündungen

Prophylaktische Maßnahmen

Das Wichtigste ist die Verbindung der Nebenhöhlen zur Nase freizuhalten. Im Zusammenhang mit einer Erkältung sollte man rechtzeitig dafür sorgen, dass der Zugang zu den Nebenhöhlen durch Applikation von abschwellenden Nasentropfen frei bleibt.

Zusätzliche Maßnahmen:
- Trinken Sie viel Flüssigkeit, um den Schleim zu verflüssigen.
- 3 bis 4 mal täglich die Nase mit einer Kochsalzlösung spülen (Nasendusche),
- Dampfbäder sowie die Raumluft anfeuchten.
- Vermeiden Sie starke Wärme oder Kälte, da Temperaturveränderungen die Nebenhöhlenschmerzen verstärken.
- Heben Sie das Kopfende ihres Bettes an, damit der Kopf höher gelagert ist.

Liegen anatomische Veränderungen als Ursache der Entzündungen vor, sollte eine operative Korrektur erfolgen. Diese Operation umfasst z.B. die Begradigung der Nasenscheidewand, die Verkleinerung der Nasenmuscheln oder die Entfernung von Polypen.

Halten die Beschwerden länger als drei Tage an oder tritt hohes Fieber auf, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Therapie

Die beginnende akute Sinusitis wird mit abschwellenden Nasentropfen behandelt. Auch kortikoidhaltige Nasensprays werden eingesetzt. Hinzu kommen schleimlösende, z.B. Sinupret, entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente.

Wichtig sind schleimhautabschwellende Nasentropfen, um die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen frei zu machen.
Außerdem sollten schleimverflüssigende Medikamente (Mukolytika) eingenommen werden.
Bei schwereren Verlaufsformen, die mit Fieber und erheblicher Einschränkung des Allgemeinbefindens einhergehen, ist nach ärztlicher Verordnung die Einnahme von Antibiotika oft sinnvoll.
Bei einer ausgeprägten Kieferhöhlenentzündung kann auch eine Kieferhöhlenspülung in lokaler Betäubung notwendig werden. Hierbei wird über eine kleine künstliche Öffnung in der inneren Kieferhöhlenwand eine kleine Kanüle eingeführt, durch die der entzündliche Schleim ausgespült wird.

Bei chronischen Nasennebenhöhlen- Entzündungen kann durch eine in Narkose unter endoskopischer Sicht durchgeführte Operation die chronisch erkrankte Schleimhaut entfernt und ein Öffnung der verschlossenen Nebenhöhlen vorgenommen werden.
In manchen Fällen ist eine schiefe Nasenscheidewand zu begradigen oder eine Polyposis der Nebenhöhlen zu entfernen.


Prognose und Komplikationen

Akute Nasennebenhöhlenentzündungen können immer wieder auftreten, wenn entzündlich oder anatomisch bedingte Engstellen nicht bleibend beseitigt werden. Rezidive sind bei Allergikern häufiger.
Durch Narbenbildungen oder erneutes Polypenwachstum ist nach Voroperationen manchmal eine Zweitoperation notwendig.

In seltenen Fällen kann sich die Entzündung in die angrenzenden Knochen, Richtung Auge, Gehirnhaut oder Gehirn ausbreiten. Bei Verdacht einer Komplikation ist sofort der Hals-Nasen-Ohren Facharzt aufzusuchen.


Keuchhusten

Was ist Keuchhusten?

Der Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochkontagiöse Erkrankung des Respirationstraktes, die im typischen Fall in drei Stadien verläuft. Inkubationszeit meist 7 - 14 Tage.
Pertussis ist eine durch Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöste Infektionskrankheit, die vor allem bei Säuglingen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Typisch sind neben allgemeinen Krankheitssymptomen stakkatoartige Hustenanfälle und ein mehrwöchiger Krankheitsverlauf. Zu den gefürchtete Komplikationen zählen Atemstillstand bei Säuglingen und Lungenentzündung. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika, die Prophylaxe durch einen neuen, besser verträglichen Impfstoff ist ausdrücklich zu empfehlen. Nach einem überstandenen Keuchhusten entsteht eine langdauernde Immunität.

Erreger
Ausgelöst wird der Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis . Das Bakterium setzt das Pertussis-Toxin, frei und bedingt dadurch die Krankheitssymptome.Bordetella pertussis haftet an den Schleimhäuten des Atemtraktes und bewirkt dort Zellschädigungen. Es entsteht außerdem eine Entzündung, die dazu führt, dass ein zähflüssiger Schleim gebildet wird, der dann zu den charakteristischen Hustenanfällen führt.

Übertragungsweg
Die häufigsten Infektionsquellen sind Infizierte, die aber noch keine Erkrankungserscheinungen zeigen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also u.a. durch Husten, Niesen, Küssen und benutzen desselben Geschirrs. Der Erreger ist extrem infektiös. Etwa 80% der Kontaktpersonen eines Patienten, die nicht geimpft sind, erkranken. Oft übertragen auch asymtpomatische Erwachsene die Krankheit auf Kinder.
Die höchste Inzidenz wird in Mitteleuropa im Herbst und Winter beobachtet, jedoch ist die Saisonalität nicht besonders stark ausgeprägt.

Inkubationszeit
7-14 (20) Tage

Symptome und Stadieneinteilung

Man unterteilt den Erkrankungsverlauf in verschiedene Stadien:

Stadium catarrhale
Niesen, Schnupfen, manchmal Heiserkeit. Zu Beginn kaum Fieber. Uncharakteristischer Husten

Stadium convulsivum
Ausbildung der typischen Hustenanfälle. Mehrere (15 bis 20), heftige stakkatoartige Hustenstöße. Ein zäher, glasiger Schleim wird herausgewürgt.

Rekonvalenzstadium
Leichte, nur noch wenige Anfälle.

Keuchhusten bei jungen Säuglingen
Meist besonders schwere Verläufe. Die Hustenanfälle sind oft schwächer, jedoch besteht die Gefahr eines plötzlichen Atemstillstandes.


Diagnose
Die Diagnose wird in der überwiegen den Zahl durch den klinischen Befund gestellt.
Gute Hinweiszeichen sind Husten in der Nacht mit Herausstreckken der Zunge. Hustenprovokation durch Druck mit einem Untersuchungsspatel auf den Zungengrund. Das Bakterium kann im Anfangsstadium der Infektion durch einen Rachenabstrich mit anschließender Färbung nachgewiesen werden.

Bei einer ?klassischen? Keuchhusten-Symptomatik wird die Diagnose in der Regel durch den klinischen Befund gestellt, wobei man von einer Treffsicherheit von 80–85 % ausgehen kann.
Eine Indikation für eine weiterführende Diagnostik besteht bei längerem Husten ohne typische Hustenanfälle bei Kindern, aber auch bei Geimpften, Adoleszenten und Erwachsenen.
Die Labordiagnostik ist abhängig vom Krankheitsstadium.
Insbesondere in frühen Stadien ist ein kultureller Nachweis von B. pertussis und B. parapertussis aus Nasopharyngealabstrichen der diagnostische Standardtest.
Weiterhin ist ein Nachweis von B.-pertussis-DNA mittels PCR möglich.
Die Serodiagnostik ist für die Frühdiagnostik ungeeignet,

Im Stadium convulsivum findet man bei 20–80 % der Patienten eine Leukozytose mit Lymphozytose. BSG und CRP sind nicht oder nur leicht erhöht.

Komplikationen
Mögliche Komplikationen die bei jungen Kindern am häufigsten auftreten sind
Veränderungen in der Lungenstruktur,Lungenentzündung, Reaktivierung einer vorher bestandenen Tuberkulose ,Entzündung des Gehirns mit Krampfanfällen

Therapie
Die antimikrobielle Therapie kann nur die Krankheitsdauer verkürzen, der Krankheitsausbruch kann nicht verhindert werden. Das Antibiotikum der Wahl ist Erythromycin. Schwerkranke Säuglinge sind stationär zu behandeln, da sie oftmals nicht in der Lage sind, den Schleim abzuhusten und dieser dann abgesaugt werden muss.

Impfung
Die Keuchhustenimpfung ist ein Teil der ab dem Alter von 3 Monaten verabreichten DTP-Impfung (D = Diphterie, T= Tetanus, P = Pertussis).

Bis vor einigen Jahren wurde ein mit geringen Nebenwirkungen behaftetes Ganzzellpräparat verwendet. Heutzutage benutzt man statt dessen einen viel besser verträglichen Impfstoff in dem nur einige Proteine des Bakteriums, die biotechnologisch hergestellt worden sind, vorkommen.

Kehlkopfentzündung

Kehlkopfentzündung - Laryngitis

Die Laryngitis ist eine akute Entzündung des Kehlkopfes, meist durch einen
Virusinfekt ausgelöst.
Eine Sonderform ist die bakterielle Laryngitis.
Bei kleinen Kindern kann eine Laryngitis in Kombination mit einer
Luftröhrenentzündung auftreten und zu akuter Luftnot führen.
Diese subglottische stenosierende Laryngotracheitis,auch als Infektkrupp
oder Pseudokrupp bezeichnet, ist eine durch Virusinfektion verursachte
Erkältungskrankheit. Durch Schleimhautschwellungen und Muskelspasmus im
unteren Kehlkopfausgang und oberen Luftröhrenbereich entsteht eine Enge, die
zu bellendem Husten und Atemnot führt.
Eher selten treten Laryngitiden durch toxische Schäden zB. Reizgase,
Toilettenreiniger, Desinfektionsmittel, Verätzungen oder mechanischer
Überbelastung auf.

 
Leitsymptome

sind Heiserkeit,Stimmlosigkeit, Husten (trocken oder bellend),
Schluckbeschwerden.
Bei bakterieller Laryngotracheitis oder Krupp treten ähnliche Symptome auf,
zusätzlich besteht jedoch akute Atemnot.


Diagnose

Die Diagnose wird bei einer unkomplizierter Laryngitis im Rahmen eine sog.
banalen Infektes durch Inspektion gestellt.
Inspektion (direkte oder indirekte Laryngoskopie) auch bei Verdacht auf
Komplikationen wie eitrige Laryngotracheitis, Fremdkörperverdacht oder bei
Verätzungsunfällen etc.

Im akuten Zustand kann im Rahmen einer Laryngoskopie insbesondere bei
Kindern eine Notfallsituation eintreten: In diesen Fällen sollte abhängig
von den Beschwerden eine Inspektion nur in einer Klinik und in
Intubationsbereitschaft erfolgen.

 
Therapie

Symptomatisch:
Analgetika, Antiphlogistika, Antitussiva
Stimmschonung ! Nicht rauchen !
Warme, aber keine heißen Getränke, Schwitzprozeduren.

Inhalationen:
Inhalation von Salzlösungen oder Warmdampfinhalationen z.B. mit
Kamillenlösung,
Salbei Gurgeln
2 Esslöffel Blätter auf 1/2 L Wasser, bis zum Sieden erhitzen, zugedeckt 15
Minuten ziehen lassen. Mit warmen Tee öfter am Tag 5-10 Minuten tief
gurgeln.

Medikamentöse Therapie

  • Antitussiva
  • Antiphlogistika
  • Expektoranzien
  • Antibiotika nach Testung
  • ev. Cortisonspray oder Cortison i.v.
  • Rhinologika
  • Antiseptika wirken abschwellend und reizlindernd


Toxisch-allergisches Larynxödem:
Sofort hochdosiert Glukokortikoid und Kalzium parenteral

Just for kids

Geschichte 1: Daniel hat Ohrenschmerzen

Endlich ist der Sommer da – und das Freibad offen! Das nutzt Daniel ordentlich aus, und besonders die große Rutsche hat es ihm angetan.
Und so kommt es, daß er ein wenig zuviel im Wasser war, und abends geht es ihm irgendwie gar nicht gut. Und dann fängt sein Ohr an, ganz gemein weh zu tun ... lesen Sie die ganze Geschichte "Daniel hat Ohrenschmerzen" und laden Sie sich unten die Datei als pdf-download

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Geschichte 2: Ella, die Höhlenforscherin lüftet das Geheimnis der Nasennebenhöhlen

Schon früh am Morgen war Ella sehr aufgeregt und unruhig. Heute wollte sie zum ersten Mal mit ihren neuen Freunden zu den Höhlen gehen und ihnen alles zeigen und erklären.

Der Weg zu den Höhlen war nicht sehr lang, sie waren ganz in der Nähe. Aber man mußte steil bergauf klettern, um den Höhleneingang zu finden. Genauer gesagt, die beiden Eingänge, die genau nebeneinander lagen und zu zwei getrennten Höhlen führten, die im Innern ziemlich ähnlich waren. Ella war schon oft in beiden gewesen. Endlich waren ihre Freunde da und es konnte losgehen. Die Freunde waren ebenfalls ziemlich aufgeregt, aber eher, weil sie ein bißchen unsicher waren, was nun auf sie zukommen würde. Sie waren schließlich noch nie in einer Höhle gewesen. Dort, wo sie herkamen, gab es keine Höhlen.
Ella prüfte noch einmal alle Sachen, die sie mitnehmen mussten, denn wenn man nicht gut vorbereitet auf solch eine Expedition ging, dann konnte es gefährlich werden. Das hatte sie von ihrem Vater gelernt. Der war immer sehr gut gerüstet gewesen.
Also, war alles dabei ? Seile zum Anbinden, eine aufwickelbare Strickleiter, Helme mit Lampen, Ersatzbatterien, Schwimmwesten für den Notfall, einen Hammer und einen Klappspaten und natürlich das Funkgerät und Taschenlampen.

Dann ging es los. Ella und ihre drei Freunde machten sich auf den Weg und den Anstieg zu den Höhlen. Das Wetter war gut und warm, die Stimmung war bestens und so konnte ein spannender Tag beginnen.

ella.jpg

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pdf-download "Ella die Höhlenorscherin Teil 2"